TECHNOLOGY, CASE STUDY, PRESS
Laserscanning als Methode zur Ebenheitsprüfung von Baustellen

Fachartikel im Magazin Vermessung & Geoinformation 3/2025

February 10, 2026
Nikolaus Studnicka, Jacob Zurl
Punktwolke aus 17 Panorama-6mm Scans

Die Ebenheitsprüfung von Baustellenböden ist seit Jahrzehnten normativ geregelt und wird üblicherweise mit klassischen Messverfahren wie Richtlatte, Messkeil oder punktuellem Nivellement durchgeführt. Der Einsatz terrestrischer Laserscanner ist in diesem Anwendungsbereich bislang wenig verbreitet und in Normen wie der DIN 18202 nicht explizit vorgesehen. Das vorliegende Paper untersucht, ob und in welchem Umfang modernes terrestrisches Laserscanning – exemplarisch mit dem RIEGL VZ-600i – als alternative Methode zur normkonformen Ebenheitsprüfung von Industrieböden geeignet ist.

Nach einer Einführung in die Grundlagen der Ebenheitsprüfung, insbesondere die Definition der Ebenheitsabweichung als Stichmaß über definierte Messpunktabstände sowie die Rasternivellement-Methode, werden die prinzipielle Funktionsweise und die messtechnischen Eigenschaften eines 3D-Laserscanners erläutert. Dabei wird aufgezeigt, dass die hohe Punktdichte und flächendeckende Erfassung eine geeignete Datengrundlage für die Ebenheitsbewertung liefern können.

Die praktische Anwendung wird anhand eines Neubauprojekts mit einer Bodenfläche von rund 450 m² dargestellt. Die Fläche wurde im laufenden Baustellenbetrieb innerhalb kurzer Zeit vollständig mit mehreren Laserscans erfasst. Die Registrierung und Ausgleichung der Scanpositionen sowie die weitere Datenverarbeitung erfolgten mit der Software RiSCAN PRO. Auf Basis der ausgeglichenen Punktwolke wurden Höhenkoten in einem regelmäßigen 50-cm-Raster bestimmt. Durch die Mittelung benachbarter Messpunkte konnte das Messrauschen reduziert und eine hohe Genauigkeit der Höhenbestimmung erreicht werden.

Die Ebenheitsabweichung wurde anschließend rechnerisch nach dem Prinzip des Rasternivellements ermittelt und mit den zulässigen Grenzwerten der DIN 18202 verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass das terrestrische Laserscanning eine normgerechte und flächendeckende Ebenheitsprüfung ermöglicht. Kritische Bereiche mit Grenzwertüberschreitungen lassen sich eindeutig lokalisieren und gezielt vor Ort überprüfen.

Insgesamt zeigt die Studie, dass terrestrisches Laserscanning eine effiziente und praxisnahe Ergänzung zu klassischen Messmethoden darstellt und insbesondere bei großflächigen Industrieböden deutliche Vorteile hinsichtlich Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit und Zeitaufwand bietet.

Der Artikel wurde in der Ausgabe 3/2025 des österreichischen Magazins vgi „Vermessung & Geoniformation" veröffentlicht.

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